Die Qualitätsanalyse am EG: eine besondere Erfahrung, anstrengend und sehr lohnend!

In der Zeit vom 11. – 14. März 2013 fand an unserer Schule die „Qualitätsanalyse NRW“ unter der Teamleitung von Herrn Dr. Andreas Gather, dem Qualitätsprüfer des Landeskirchenamtes der Evangelischen Kirche von Westfalen statt. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Schule schon ein umfangreiches Portfolio ihrer Arbeit zur Begutachtung vorab vorgelegt und wurde nun an drei Tagen durch intensive Unterrichtsbesuche von vier Prüfern und in Interviews mit Schülern, Eltern, Lehrern, erweiterter Schulleitung, nicht lehrendem Personal und Schulleitung auf Herz und Nieren überprüft. Am vierten Tag wurde dem Schulträger, vertreten durch unseren Dezernenten Herrn Dr. von Moritz und Herrn Wullenkord von der Verwaltung im Landeskirchenamt (LKA), sowie dem gesamten Kollegium ein erster Überblick über die Auswertung der Analyse präsentiert.

Die vorläufige Rückmeldung über das Prüfergebnis war außerordentlich erfreulich. Wir waren zwar überzeugt, dass wir gute Arbeit leisten, aber die nachlassende Anspannung nach der für uns so ungewohnten Situation war trotzdem sehr deutlich zu sehen. Auch die Herren aus dem Landeskirchenamt waren höchst zufrieden und des Lobes voll. Der Schulträger, namentlich Herr Dr. von Moritz, sprach der Schule seinen Dank für die Arbeit aus und betonte, dass die Schule sehr stolz auf das Ergebnis sein kann, denn eine zweistellige Bewertung im Exzellenzbereich sei etwas Besonderes.

Inzwischen liegt der ausführliche Bericht der Kommission vor. Unsere Schule ist in 10 Aspekten als ‚vorbildlich’ (Stufe 4) und in 17 Aspekten als ‚gut’ (Stufe 3) beurteilt worden. Nur ein Aspekt, nämlich die Unterstützung eines aktiven Lernprozesses, wurde als ‚eher schwach als stark’ angesehen (Stufe 2). Hier befinden wir uns in der Gemeinschaft von 90% der NRW Schulen, was die Sache zwar nicht besser macht, aber das Gewicht dieses Urteils relativiert. Das Urteil „erheblich entwicklungsbe­dürftig“ (Stufe 1) blieb uns erspart.

Besonders gelobt wurde die Schule für ihre Netzwerke und die vorbildliche Partizipation aller Schulgemeindeglieder am Schulleben und seiner Entwicklung. Außergewöhnlich exzellent sei das EG in seinem evangelisch-diakonischen Profil – eine Bewertung, die bisher noch nicht vergeben worden ist.

Der Bericht benennt im Einzelnen:

 

A. Unsere Stärken

 

Die besonderen Stärken der Schule liegen:

  • in der Förderung der personalen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler – in der Stärkung des Selbstvertrauens, der Selbstständigkeit, der Verantwortungsbereitschaft, der Toleranz- und Konfliktfähigkeit sowie der Unterstützung des sozialen und gesellschaft­lichen Engagements;
  • in einem breiten fachlichen und überfachlichen Angebot an Maßnahmen zur Förderung besonderer Begabungen;
  • in der Beratung von Schülerinnen und Schülern, die sowohl durch den Anspruch des Kollegiums, Berater und Begleiter bei persönlichen und schulischen Problemen zu sein, getragen wird als auch konzeptuell und systemisch durch ein gestuftes Konzept über alle Jahrgänge hinweg und durch eine enge Kooperation mit außerschulischen Beratungsstellen abgesichert ist;
  • in den alle Jahrgangsstufen umfassenden Maßnahmen im Rahmen der Studien- und Berufsorientierung;
  • in der Gestaltung der Schulkultur und der Schaffung eines Klimas des Vertrauens, der gegenseitigen Wertschätzung und des respektvollen Umgangs miteinander, die die Grundlage für die gemeinsame Arbeit bilden;
  • in der hohen Zufriedenheit aller am Schulleben beteiligten Gruppen, die zu einer ausgeprägten Identifikation mit der Schule führt;
  • in der Kultur des Hinsehens und Sich-verantwortlich-Fühlens, die unterstützt wird durch geeignete Maßnahmen zur Gewaltprävention und der Vorbeugung von Vandalismus, ein in Arbeit befindliches Konzept zur Schulseelsorge, ein Patenkonzept und das Soziale Kompetenztraining;
  • in der Schaffung von Voraussetzungen für die ausgeprägte Partizipation der schulischen Gruppen sowohl am Schulleben als auch an der Schulprogrammarbeit und an der Schulent­wicklung;
  • in den zahlreichen außerschulischen Kooperationen, dem gut aufgestellten Schüleraustausch und der intensiven Netzwerkarbeit;
  • in der Beteiligung der Gremien bei der Verteilung der Ressourcen, in deren effizienter Nutzung, in der transparenten Rechenschaftslegung über die Verwendung der Ressourcen sowie der sehr erfolgreichen Akquise zusätzlicher Ressourcen;
  • in der Hinzuziehung von Eltern und externen Experten bei der Durchführung unterrichtlicher und außerunterrichtlicher Projekte;
  • in der Dokumentation von Evaluationen und der Dokumentation der Schulentwicklungsarbeit;
  • in dem transparenten und dialogisch kommunizierten Personaleinsatz, der Kompetenzen, Interessen und besondere Belastungen der Lehrkräfte im Blick hat;
  • in der Arbeit der mit einer Satzung verfassten Steuerungsgruppe;
  • in den funktionierenden und für hohe Transparenz sorgenden Kommunikationsstruk­turen;
  • in der systematischen Durchführung von Mitarbeitergesprächen als Instrument der Personalentwicklung und der Rückkoppelung zwischen Schulleitung und Lehrkräften;
  • in der Stellung und Bedeutung des Religionsunterrichts im Fächerkanon und im Schulprofil;
  • in der Ermöglichung und Förderung diakonischen Handelns durch das Soziale Praktikum sowie vielfältige Projekte und Maßnahmen;
  • in den aus einem christlichen Menschenbild und einer christlichen Ethik heraus entwickelten und in einem breiten Konsens getragenen Grundsätzen der Erziehungsarbeit;
  • in der engagierten Auseinandersetzung mit dem evangelischen Profil der Schule und dem intensiven Bemühen um dessen Weiterentwicklung.

                                                                              (Original aus dem Bericht)

 

 

B. Handlungsfelder gibt es auch:

 

Die Prüfer haben uns aber auch eine ganze Reihe an Aufgaben genannt, an denen wir noch arbeiten müssen. Die meisten sind uns bekannt und wir haben hierzu schon vor der QA die Arbeit aufgenommen. Aber wir sind noch lange nicht fertig, denn es handelt sich um riesige Bereiche, die in der momentanen Umgestaltung von Schule überall die Entwicklungsschwer­punkte sind. Hier seien genannt:

  • ein von allen getragenes Konzept der Unterrichtsgestaltung mit einem klaren Rahmen, innerhalb dessen sich pädagogische Freiheit entfalten kann. Es muss individuelle Lernwege im Regelunterricht, die Entwicklung funktionaler und breiterer Schüleraktivierung in der Plenumsarbeit und die stärkere Berücksichtigung kooperativer Arbeitsformen ermöglichen. Dies würde unsere Schüler befähigen, selber Lern- und Lösungsstrategien zu entwickeln und die eigenen Vorgehensweisen zu reflektieren. Das nennt man fachliche Selbstkontrolle. Zur Entwicklung dieses Konzeptes wollen wir systemisch verankerte horizontale Teamstrukturen zur Förderung der Unterrichtsentwicklung aufbauen.
  • im gleichen Zusammenhang raten uns die Prüfer, die Arbeit in den Fachkonferenzen zu intensivieren, in denen der Fokus auf methodisch-didaktische Prinzipien, das Treffen von Vereinbarungen, eine genauere Dokumentation der Arbeit und die Nutzung der Lernstandserhebungen als Instrument der Unterrichtsentwicklung gelegt werden sollte.
  • unsere Fachcurricula sollten bessere Absprachen zu Medien und Methoden, fächerverbindenden Bezügen, kooperativen Lernformen, schulspezifischen Besonderheiten sowie binnendifferenzierenden Vorhaben und Maßnahmen aufweisen. Und es muss sichergestellt werden, dass mehr Einigkeit in der Umsetzung der Kriterien zur Leistungsbewertung herrscht.
  • grundsätzlich kann der Bereich der diagnostischen Verfahren, Maßnahmen zur Förderung innerhalb des Regelunterrichts, Materialentwick­lung, Kontinuität und Begleitung der Förderung und Verfahren zur Überprüfung der Wirksamkeit der Fördermaßnahmen klarer und systematischer aufgebaut werden.
  • wertgeschätzt wurde der große Umfang der Fortbildungsaktivität des Kollegiums, aber unsere Art, die Erfolge von Fortbildung auch für die Kollegen nutzbar zu machen, muss besser und effektiver werden. Nachhaltigkeit und Wirksamkeit sind hier das Thema.

 

Die zu erwartenden Zielvereinbarungen für die Bereiche, in denen die Schule Verbesserung projektiert, werden laut Herrn Dr. Gather die Aspekte der Unterrichtsqualität und der Fachschaftsarbeit betreffen. Deshalb hat das Kollegium bereits in der Lehrerkonferenz vom 9. April 2013 begonnen, die Schwerpunkte dieser Arbeit zu diskutieren und zu strukturieren. Mit dem endgültigen QA-Bericht legen der Schulträger und das Evangelische Gymnasium die Zielvereinbarungen fest und teilen sie der Bezirksregierung Arnsberg mit.

Allen Beteiligten – Schülern, Eltern, Lehrern und Mitarbeitern – danken wir von Herzen für die viele Mühe und Arbeit in der Vorbereitung und Durchführung dieser Qualitätsprüfung und für ihr überzeugtes Bekenntnis zu unserer Schule! Wir gehen sehr gestärkt aus dieser Erfahrung heraus!

 

Dagmar Liebscher (Mai 2013)