Ziele und Ideen

Bildung darf nicht aus isolierten, voneinander unabhängigen Bausteinen bestehen. Besonders im Bereich der naturwissenschaftlichen Bildung ist eine selbstreflektierende Betrachtung notwendig, die das Tun und Handeln bewertet, begründet und ggf. daraus Folgen für das weitere Vorgehen liefert. Die Fragestellungen reichen hier von "Was kann ich wissen?" bis hin zu "Was soll ich tun?". Nahezu unbemerkt betritt man hier grundlegende philosophische und theologische Themenfelder in einem naturwissenschaftlichen Kontext, an denen junge Menschen ein großes Interesse zeigen.  Diese Themenfelder möchte das Evangelische Gymnasium in Zukunft stärker in den Fokus rücken, und damit den vermeintlichen Graben zwischen den Natur- und Geisteswissenschaften zumindest ein Stück weit schließen.

Zunächst soll im Schuljahr 2015/16 eine Ringvorlesung zu diesem Thema stattfinden. Einzelne Referenten von verschiedenen Universitäten werden zu obigen Fragen Stellung nehmen und aus ihrer Forschung berichten. Die Veranstaltung erfolgt zweimal pro Halbjahr in Form einer abendlichen Vorlesung mit anschließender Diskussion. Interessierte Schülerinnen und Schüler bereiten den Abend vor und beteiligen sich an der anschließenden Diskussion. Eingeladen ist die gesamte Schulgemeinde und die interessierte Öffentlichkeit.

- Podiumsdiskussion zum Thema "Stammzellenforschung und Klonen"

- Podiumsdiskussion „Vegetarier vs. Fleischesser“


Im Schuljahr 2016/17 soll diese Ringvorlesung dann zu einem eigenständigen Projektkurs "Naturwissenschaften und Philosophie" ausgebaut werden. Im Prinzip bleibt die Gestaltung der Diskussionsabende weiterhin in den Händen der Schülerinnen und Schüler, nun aber in Form eines Projektkurses. Der Projektkurs ermöglicht den Schülerinnen und Schülern eine verstärkte Profilbildung bei einem projektorientierten und zeitvariablen Arbeiten in der Jgst. Q1. Der Projektkurs wird selbstverständlich mit einer Note auf dem Zeugnis abgeschlossen.

Abschließend seien zwei Zitate von Albert Einstein wiedergegeben, die die Intention unserer Ziele und Ideen an dieser Stelle etwas verdeutlichen:

Aber es ist [...] klar, dass von der Erkenntnis von dem, was ist, kein Weg zu dem führt, was sein soll. [...] Hier liegt also die Grenze der rein rationalen Erfassung unseres Daseins. (A. Einstein, Das Ziel. The Albert Einstein Archives, The Hebrew University of Jerusalem, Israel, Archival Call Number: 28-493)

Wissenschaft aber kann nur geschaffen werden von Menschen, die ganz erfüllt sind von dem Streben nach Wahrheit und Begreifen. Diese Gefühlsbasis aber entstammt der religiösen Sphäre. Hierher gehört auch das Vertrauen in die Möglichkeit, die in der Welt des Seienden geltenden Gesetzmäßigkeiten seien vernünftig, das heißt durch Vernunft begreifbar. [...] Man kann den Sachverhalt durch ein Bild ausdrücken: Wissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Wissenschaft blind. (A. Einstein, Wissenschaft und Religion. The Albert Einstein Archives, The Hebrew University of Jerusalem, Israel, Archival Call Number: 28-522)