Klimaexpedition - Aktuelle Wetterdaten live am EG

 

Erst im November 2013 verwüstete der Taifun Haiyan große Küstenbereiche der Philippinen. Ein Zeichen des Kimawandels?
Fragen wie diese standen im Zentrum einer Klimaexpedition, die Herr Rahne von der Organisation Geoscopia am Dienstag mit den Schülern und Schülerinnen der Klassen 8 am Evangelischen Gymnasium durchführte.
Ein  Wettersatellit von Meteosat, einem Projekt der ESA, machte es möglich. Als einer von 3500 funktionsfähigen Satelliten im Weltall sendet dieser geostationäre Satellit  stündlich aktuelle Wetterdaten aus einer Höhe von 35.800 km auf die Erde. Da er sich mit gleicher Geschwindigkeit bewegt, mit der sich die Erde um sich selbst dreht, beobachtet er ausschließlich das Wettergeschehen bestimmter Kontinente, wie z.B. Afrika und Europa.
Auf diese Weise konnten die SchülerInnen zunächst tages- und jahreszeitliche Wechsel, aber auch das aktuelle Wettergeschehen der letzten Tage deutlich beobachten.
Sie erfuhren auch, dass eine Atmosphäre mit intakter Ozonschicht nicht nur vor schädlicher UV-Stahlung schützt, sondern bedingt durch den natürlichen Treibhauseffekt auch für eine globale Mitteltemperatur von +15°C sorgt, die das Leben auf der Erde erst möglich macht. Anthropogene Einflüsse durch die Freisetzung von ozonschädigendem FCKW, welches trotz Emissionsverbotes noch in den nächsten 40 Jahren wirksam sein wird, können während der Sommer jedoch zu einer weiteren Vergrößerung des Ozonlochs führen. Andererseits ist die CO2-Freisetzung durch die Verbrennung fossiler Energieträger und Brandrodung sowie die Methanfreisetzung durch Viehzucht verantwortlich für den anthropogenen Treibhauseffekt. Welche Folgen dieser langfristig haben kann, konnten die Schüler und Schülerinnen deutlich im Vergleich von historischen und aktuellen Aufnahmen des Nordpols erfahren. So ist die Polareisfläche und somit auch das Jagdrevier der Eisbären in den letzten 30 Jahren stetig geschrumpft. Auch das drei Kilometer dicke grönländische Festlandeis schmilzt so schnell, dass die grönländische Küste inzwischen in weiten Bereichen eisfrei geworden ist und die Klimaerwärmung zusätzlich fördert.
 
Auch die Gefahren des Meereswasseranstiegs für einen Inselstaat wie die Malediven waren deutlich auf den Satellitenbildern erkennbar. Heute noch ein touristisches Ferienziel, kann es schon in hundert Jahren im Meer versunken sein. Auch in den Niederlanden und an der deutschen Küste können die Küstenregionen langfristig nur durch weitere Deicherhöhungen geschützt werden, um bei der fortschreitenden Meeresspiegelerhöhung vor Überschwemmungen und Landverlust zu schützen.

Ein letzter Blick machte allen Zuschauern eindringlich deutlich, wie stark die tropischen Regenwälder in den letzten Jahren durch Waldrodung, Sojaanbau und Bergbau weiter geschädigt wurden.

Am Ende der Klimaexpedition diskutierten die Schüler verschiedene Möglichkeiten, mit denen jeder Einzelne durch sein eigenes Verhalten im Alltag zum Klimaschutz beitragen kann. Auch wenn jeder Einzelne nur einen kleinen Beitrag leistet, kann dieses am Ende einen deutlichen Effekt erwirken.

30.9.2014