Exkursion der Biologie-Leistungs- und Grundkurse in der Q1

 

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Im Biologieunterricht kann und wird viel über diese faszinierende Wissenschaft vermittelt, so richtig handfest und erlebbar wird die Biologie, aber fast immer erst „vor Ort“, also in oder an möglichst genau dem Ort, an dem das theoretisch erworbene Wissen dann angewendet werden kann. Ist dies im Genetik-Kurs der Tag im Labor, so gehören im Ökologie-Kurs praktische Arbeiten am Gewässer, dem im Unterricht besprochenen Ökosystem, einfach dazu. Zuerst gilt es das jeweilige Umfeld zu erkunden, zu überlegen, welche Untersuchungen durchgeführt werden sollen, welche zusätzlichen Daten notwendig sind, um die Güte eines Gewässers bestimmen zu können und letztlich auch Informationen über den anthropogenen Einfluss zu erlangen (also den des Menschen).
Untersucht wurde von den Kursen ein Stadtteich in Bielefeld, der von einem Bach aus dem Teutoburger Wald gespeist wird und unterschiedlichsten Einflüssen ausgesetzt ist. Siedlungen, die Nutzung als Naherholungsgebiet sowie eine agrarische Nutzung am Bach konnte von einer Gruppe festgestellt werden. Andere beschäftigten sich mit den Bäumen am Ufer sowie der übrigen Vegetation im Gebiet, wieder andere nahmen die Zahl der Wasservögel auf und berechneten die Populationsdichte bezogen auf die Größe des Teiches. Eine Gruppe nahm an verschiedenen Stellen Wasserproben und untersuchte auf Sauerstoff-, Ammonium- und Nitratgehalt sowie den pH-Wert. Wer gute Gummistiefel mitgebracht hatte, konnte den Bachlauf auf Saprobien untersuchen, das sind jene Zeigerorganismen, die es ermöglichen, anhand biologischer Parameter die Güte des Gewässers zu bestimmen. Besonders beeindruckend war der Fund einer Prachtlibellenlarve und einer großen Teichschnecke.

In den nachfolgenden Stunden kann dann anhand aller ermittelten Werte eine Aussage über die Situation des Gewässers vorgenommen werden.
Wahrscheinlich ist es eutrophiert, also stark überdüngt. Was dies für ein stehendes Gewässer auf lange Sicht bedeuten kann, ist die Veränderung zu einem (Hoch-)Moor. Ein solches Moor erkundeten die Kurse im Kreis Minden-Lübbecke. Hier kann man stundenlang das „Große Torfmoor“ erwandern, von Aussichtspunkten überblicken und so manche interessante Begegnung am Wegesrand haben. Ob es der über den Fuß hüpfende Moorfrosch oder die Storchenfamilie, das aufspringende Reh oder die „fleisch“-, nein, besser und richtiger „insektenfressende“ Pflanze Sonnentau ist – vieles ist Neuland. Moorwasser ist sauer und zudem durch Huminsäuren bräunlich gefärbt, Schwengelpumpen bringen dies zum Vorschein. Und die extreme Wasserspeicherkapazität des Torfmooses erkennt man am besten, wenn man frisches Moos einfach mal auswringt.