Naturwissenschaften am EG

Am Evangelischen Gymnasium Lippstadt werden im Bereich der Naturwissenschaften die Fächer Astronomie, Biologie, Chemie und Physik unterrichtet:

  • In der Sekundarstufe I durchlaufen die Schülerinnen und Schüler den gesetzlich vorgeschriebenen Fächerkanon und lernen jedes Fach und die damit verbundenen Inhalte und Arbeitsmethoden kennen. Etwas anders als an vielen Schulen unterrichten wir in den Klassen 5 und 6 das Fach „Naturwissenschaften“, in der Klasse 7 zusätzlich zwei Stunden Physik.
  • In der Sekundarstufe II hingegen besteht die Möglichkeit, gezielt ein oder mehrere der oben genannten Fächer in Form von Grund- und Leistungskursen zu belegen.
  • Das Fach Astronomie nimmt eine Sonderstellung ein. Dieses kann in der Sekundarstufe I im Wahlpflichtbereich und in der Sekundarstufe II als Projektkurs belegt werden.


„Was bringt mir das?“


Jetzt: Häufig wird die Frage gestellt, was einem die Wahl eines naturwissenschaftlichen Grund- oder sogar Leistungskurses „bringt“ bzw. warum man Biologie, Chemie oder Physik in der Oberstufe wählen soll. Vielleicht sollte man sich zunächst von einer Sichtweise lösen, bei der einem die Wahl eines Schulfaches etwas „bringen“ soll. Natürlich kann man bei der Wahl auf möglichst attraktive Berufsaussichten schauen und gleich schon das „richtige“ Fach wählen. Aber ist diese Vorgehensweise ratsam?
Ein Leistungskurs wird mit fünf Wochenstunden unterrichtet. Dazu kommen Hausaufgaben und Klausuren mit bis zu fünf Schulstunden Dauer. Welches Fach das „richtige“ ist, hängt vielmehr von den persönlichen Interessen und Fähigkeiten ab. Diese zu finden obliegt jedem selbst! Hat man sie aber erst gefunden, so fällt es einem viel leichter, Zeit und Arbeit hiermit zu verbringen! Ein gut gemeinter Rat an die Schülerinnen und Schüler ist daher: Schauen Sie auf Ihre Interessen, womit beschäftigen Sie sich gerne und was macht Ihnen Freude. Vielleicht ergibt sich die Antwort nicht sofort, aber mit etwas selbstkritischem Nachdenken wird jeder Antworten auf die obigen Fragen finden.

Und überhaupt: Ein wichtiger Schritt zum Erwachsenwerden ist die Bereitschaft, das Gelernte aus einem Fach auf andere Fächer oder auf die Lebenseinstellung übertragen zu können.

  • In den Naturwissenschaften an der Schule wird sehr intensiv wie sonst kaum auf wissenschaftliches Denken und Arbeiten bestanden: wir erkennen ein Problem, eine Fragestellung, dann überlegen wir uns eine Hypothese und ein Verfahren um herauszufinden, ob diese Hypothese stimmt. Zum Schluss prüfen wir unser Ergebnis, möglichst sachlich und selbstkritisch. All das wird in einer verlässlichen Form festgehalten. Klug, wenn man diese Strukturiertheit und diese Sorgfalt mitnimmt in sein Überlegen außerhalb der Schule.
  • Ein weiterer Nutzen der Naturwissenschaften in Schule ist das Erlernen stringent logischen Denkens. Welcher Philosoph oder Rechtsanwalt oder Arzt oder, oder, oder … braucht das nicht ebenso?
  • Auch die Arbeitshaltung kann profitieren: eine wissenschaftliche Arbeit muss transparent sein. Außerdem erkennt man leichter als in den philosophischen Fakultäten schon als Schüler, ob etwas zu Ende bearbeitet oder ob nur schnell etwas für den äußeren Schein erstellt wurde. Man wird qualitätsbewusst.
  • Die wunderbare Eigenschaft der Natur ermöglicht etwas ganz besonders Wertvolles: die Welt ist komplex und die Dinge hängen zusammen. Von vielen Seiten kann man auf Phänomene schauen und immer entdeckt man etwas Interessantes, das auch für andere Disziplinen und Denker erhellend ist. Des Forschens ist kein Ende – wie schön.


Überblick

Um den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in die Vielfalt der Naturwissenschaften am Evangelischen Gymnasium zu geben, findet man auf den folgenden Seiten einige Informationen zu den entsprechenden Fächern. Hierzu ist es aber auch jederzeit möglich, ein Gespräch mit den Lehrkräften der jeweiligen Fächer zu vereinbaren.

Kluge Worte…

zum Schluss: Zwei Zitate von einem bekannten Wissenschaftler, der zeitlebens einen besonderen Zugang zu den Naturwissenschaften hatte – Albert Einstein.

Die wissenschaftliche Methode kann uns nämlich nichts anderes lehren, als Tatsachen in ihrer gegenseitigen Bedingtheit begrifflich zu erfassen. Das Streben nach solcher objektiver Erkenntnis gehört zum Erhabensten, dessen der Mensch fähig ist.*

Wissenschaft aber kann nur geschaffen werden von Menschen, die ganz erfüllt sind von dem Streben nach Wahrheit und Begreifen. Diese Gefühlsbasis aber entstammt der religiösen Sphäre. Hierher gehört auch das Vertrauen in die Möglichkeit, die in der Welt des Seienden geltenden Gesetzmäßigkeiten seien vernünftig, das heißt durch Vernunft begreifbar. **

*A. Einstein, Das Ziel. The Albert Einstein Archives, The Hebrew University of Jerusalem, Israel, Archival Call Number: 28-493
**A. Einstein, Wissenschaft und Religion. The Albert Einstein Archives, The Hebrew University of Jerusalem, Israel, Archival Call Number: 28-522