Leistungsbewertung im Fach Pädagogik

Grundsätze zur Leistungsbewertung

Die Leistungsbewertung stellt die Grundlage für die weitere Förderung der Schüler, für ihre Beratung und Schullaufbahnentscheidungen dar.

Folgende Grundsätze der Leistungsbewertung sind festzuhalten:

  • Leistungsbewertung ist ein kontinuierlicher Prozess, der sich auf alle von den Schülern im Zusammenhang mit dem Unterricht erbrachten Leistungen und die im Unterricht vermittel­ten Kenntnisse Fähigkeiten und Fertigkeiten bezieht.
  • Voraussetzung ist, dass die Schülerinnen und Schüler im Unterricht Gelegenheit hatten, die entsprechenden Anforderungen in Umfang und Anspruch kennen zu lernen und sich auf diese vorzubereiten (AB „Erwartungen an die Sonstige Mitarbeit") sowie hinreichend Gelegenheit zu haben, die geforderten Leistungen auch zu erbringen.
  • Bewertet werden der Umfang der Kenntnisse, die methodische Selbstständigkeit in ihrer Anwendung sowie die sachgemäße schriftliche und mündliche Darstellung. Bei der schrift­lichen und mündlichen Darstellung ist auf sachliche und sprachliche Richtigkeit, auf fach­sprachliche Korrektheit, auf gedankliche Klarheit und auf eine der Aufgabenstellung ange­messene Ausdrucksweise zu achten. Verstöße gegen die sprachliche Richtigkeit in der deutschen Sprache werden nach § 13 (6) APO-GOSt bewertet.
  • Klausuren wie Facharbeiten sind so anzulegen, dass die Schülerinnen und Schüler päda­gogische Sachkenntnisse, fachliche Fähigkeiten und methodische Fertigkeiten in allen drei Anforderungsbereichen nachweisen können.

Die Anforderungen orientieren sich an den in den Richtlinien genannten Anforderungsberei­chen.

Anforderungsbereich I umfasst die Wiedergabe von Sachverhalten aus einem abgegrenz­ten Gebiet im gelernten Zusammenhang, die Beschreibung und Verwendung gelernter und geübter Arbeitstechniken und Verfahrensweisen in einem begrenzten Gebiet und in einem wiederholenden Zusammenhang. Dieser Anforderungsbereich verlangt...

  • die Kenntnis von pädagogischen Sachverhalten und Prozessen einschließlich aus­gewählter Ergebnisse pädagogischer Tatsachenforschung.
  • fachwissenschaftlichen Begriffen, Klassifikationen, Theorien und Modellen, pädago­gischen Zielvorstellungen, Normen und Programmen, wichtigen fachbezogenen Ar­beitsmethoden und Darstellungsformen.

Anforderungsbereich II umfasst selbstständiges Auswählen, Anordnen, Verarbeiten und Darstellen bekannter Sachverhalte unter vorgegebenen Gesichtspunkten in einem durch Übung bekannten Zusammenhang, selbstständiges Übertragen des Gelernten auf vergleich­bare neue Situationen, wobei es entweder um veränderte Fragestellungen oder um verän­derte Sachzusammenhänge oder um abgewandelte Verfahrensweisen gehen kann. Dieser Anforderungsbereich verlangt die Fähigkeit...

  • vorgegebene Informationen (Materialien) unter dem Gesichtspunkt einer bestimmten Fragestellung sinnvoll zu ordnen, auszuwerten und Schwerpunkte zu setzen, eine Darstellungsform in eine andere zu überführen.
  • fachbezogene Methoden und Darstellungsformen selbstständig anzuwenden, einem Sachverhalt zugrunde liegende pädagogische Probleme zu erkennen und dar­zustellen.
  • pädagogische Klassifikationen, Theorien und Modelle an vorgegebenen Sachverhal­ten zu überprüfen.
  • pädagogisch bedeutsame Zusammenhänge zu erkennen und darzustellen, unter Anwendung erworbener Kenntnisse und erlangter Einsichten komplexe Sach­verhalte zu analysieren und zu strukturieren.
  • bei komplexen Sachverhalten die spezifisch pädagogischen Fragen von anderen zu unterscheiden.
  • pädagogische Theorien und Sachverhalte vergleichend darzustellen.

Anforderungsbereich III umfasst die planmäßige Verarbeitung komplexer Gegebenheiten, um zu selbstständigen Lösungen, Gestaltungen oder Deutungen, Folgerungen, Begründun­gen, Wertungen zu gelangen. Die zur Bewältigung der Aufgabe geeigneten Methoden / Lö­sungsverfahren werden dabei aus dem erlernten Repertoire selbstständig ausgewählt oder einer neuen Problemstellung angepasst. Dieser Anforderungsbereich verlangt die Fähigkeit...

  • Bedeutungen und Grenzen des Aussagewertes von vorgelegten Informationen ein­schließlich etwaiger Informationslücken zu erkennen.
  • die einem pädagogischen Sachverhalt oder einer pädagogischen Aussage zugrunde liegenden Werte, Normen und Zielvorstellungen zu erkennen und zu prüfen. zu erziehungswissenschaftlichen Klassifikationen, Modellen und Theorien begründet Stellung zu nehmen.
  • die bei der Erhebung und Aufschlüsselung eines pädagogischen Sachverhalts ange­wandten Verfahren auf ihre Leistungs- bzw. Aussagefähigkeit zu überprüfen. pädagogische Probleme in Sachverhalten zu erkennen, Fragestellungen und Hypo­thesen zu entwickeln und mögliche Lösungswege vorzuschlagen. pädagogische Entscheidungen zu bewerten und die dabei verwendeten Wertmaß­stäbe zu begründen.

Hinweise zu Klausuren

-> Jahrgangsstufe EF: eine Klausur pro Halbjahr

In der Jahrgangsstufe EF kann sich bereits mit der Wiedergabe von Fachkenntnissen und Fachmethoden ein hoher Leistungsanspruch verbinden, daher sollte die exakte Reprodukti­on der Kenntnisse bei den schriftlichen Formen der Leistungsüberprüfung einen hohen Stel­lenwert einnehmen. Dazu zählen die sachgerechte Beschreibung und Erörterung von Erzie­hungsphänomenen und Methoden wissenschaftspropädeutischen Arbeitens in angemesse­ner Fachterminologie (z. B. bei Fallstudien) und die beschreibende Darstellung von theoreti­schen Zusammenhängen. Ebenso ist bereits eine selbstständige Problematisierung und Wertung in der Phase der Einführung und Vermittlung von Grundkenntnissen anzubahnen.

-> Jahrgangsstufe Q1: zwei Klausuren pro Halbjahr, die erste Klausur des zweiten Halbjahres lässt sich durch die Facharbeit ersetzen.

Die Anforderungen in der Jgst. Q1 richten sich einerseits auf die Analyse komplexerer Erziehungsphänomene, andererseits besteht zunehmend der Anspruch, vielfältige, auch zurückliegende Kenntnisse im Sinne der Spiralförmigkeit des Curriculums für die Analyse zu reorganisieren. Zu steigern sind die Anforderungen an die Kompetenz der Beurteilung päda­gogischer Sachverhalte durch verstärkte Einforderung der begründeten Darstellung von Handlungsperspektiven und die argumentative Entwicklung von pädagogischen Werturteilen.

Jahrgangsstufe Q2: zwei Klausuren pro Halbjahr

Bei der Bearbeitung der Themen in der der Jgst. Q2 zählen insbesondere die Reorganisation vertiefter Kenntnisse und die Verknüpfung von Theoriezusammenhängen zu den Anforde­rungen bei der Bearbeitung von Aufgaben. Umfassende Reorganisationsleistungen und die beurteilende Reflexion auf der Basis sicher beherrschter Fachterminologie sind Maßstäbe der Bewertung, monokausale Erklärungen sowie rezepthafte Werturteile fallen hingegen ne­gativ ins Gewicht. In Anbetracht des wachsenden Komplexitätsgrades im fachspezifischen Verständnis in der Jahrgangsstufe ist größere Selbstständigkeit und freiere Bearbei­tung der Aufgabenstellung zu erwarten, bei der die Schülerinnen und Schüler vor allem eige­ne

Ordnungsvorstellungen und Kategorien der Systematisierung in die Themenbearbeitung ein­bringen.

Im Fach Erziehungswissenschaft sind folgende Arbeitstypen einer Facharbeit denkbar: Erör­terung fachlich interessanter Probleme aus dem Lebensumfeld der Schülerinnen und Schü­ler, bei der sie Materialbeschaffung und Vorgehensweise weitgehend selbst bestimmen, Ar­beit mit und an vorgegebenen - ggf. auch fremdsprachlichen - Quellen unter vorgegebenen Fragestellungen, Recherche bzw. Untersuchung, zu der Befragungen oder Versuche durch­geführt werden, um methodisch, auch statistisch gesicherte Ergebnisse zu erzielen.

Beurteilungsbereich „Sonstige Mitarbeit"

siehe Vorgaben zur Bewertung des Bereichs „Sonstige Mitarbeit"

Diesem Bereich kommt der gleiche Stellenwert zu wie dem Beurteilungsbereich Klausuren. Hier sind alle Leistungen zu werten, die ein Schüler im Zusammenhang mit dem Unterricht (ausgenommen Klausuren und Facharbeit) erbringt: Beiträge zum Unterrichtsgespräch, Referate, Protokolle und sonstige Präsentationsleistungen.

a)     Fachspezifische, praktische Aspekte:

  • Fachliche Richtigkeit
  • Verwendung von Fachtermini zur Erklärung erzieherischer Phänomene; Verknüpfung von Theoriewissen
  • Theoriegeleitete Bewertung, Beurteilung und Reflexion von Problemstellungen

b)   Aspekte in kooperativen Lernprozessen (ggf. unter Berücksichtigung der Ein­schätzung von Mitschülern):

  • Think: Verstehen der Aufgabenstellung, Finden von Lösungen
  • Pair: Mitteilung von Lösungen, Bereitschaft zum Verstehen anderer Sichtweisen, Fin­den von Kompromissen, Anhalten zum konstruktiven Arbeiten
  • Share: Präsentation des Erarbeiteten, Vertreten der Lösungen

c)     Beiträge zu Unterrichtsgesprächen:

  • geht aktiv auf andere ein, entwickelt Argumente, bezieht Argumente aufeinander
  • ist in der Lage seinen Standpunkt mithilfe des Theoriewissens zu begründen; leistet übergreifende Vernetzungen zwischen den Theorien des Pädagogikunterrichts

d)    Weitere Aspekte:

  • Vorträge, Referate
  • Portfolio, Protokoll
  • Auswertungen von Lektüren
  • Planung, Durchführung und Auswertung von praktischen Experimenten oder auch Umfragen