Podiumsdiskussion „Vegetarier vs. Fleischesser“ ein voller Erfolg!

Offensichtlich sind die Themen Fleischkonsum und Vegetarismus nicht unumstritten und insbesondere im Hinblick auf die Tierethik werfen sie kontroverse Ansichten auf.
„Welche ethischen Argumente sprechen für und welche gegen die jeweilige Ernährungsform?“,
„Wie hängt der jeweilige Ernährungsstil überhaupt mit der Ökonomie zusammen?“ und
„Welche Philosophie steckt eigentlich hinter dem Vegetarismus?“.

Die Podiumsdiskussion am 31.05.2017 in der Aula des EG beschäftigte sich schwerpunktmäßig mit diesen Gegensätzen und Zusammenhängen. Innerhalb von eineinhalb Stunden entstand ein lebhafter, von vielfältigen Ansichten geprägter Dialog zwischen den Experten sowie mit dem Publikum.

Als Gäste an diesem Abend wurden willkommen geheißen:
Frau Jutta Geisler, Gründerin von „VegaNostra“ und überzeugte Veganerin. Sie deutete vor allem darauf hin, unter welchen Bedingungen, speziell in der Massentierhaltung, die Nutztiere gehalten und letztendlich geschlachtet werden. Dies sei ihrer Ansicht nach ethisch nicht vertretbar.

Herrn Ulrich Rehberg, ehemaliger Abiturient am EG und mittlerweile selbst Lehrer an einem Gymnasium sowie ehrenamtliches Mitglied in der Tierschutzorganisation „AnimalRightsWatch e.V.“. Er beleuchtete das Thema von verschiedenen Blickwinkeln und fasste es unter der Berücksichtigung weiterer Beispiele zum Thema Tierhaltung zusammen. Insbesondere nahm er Bezug auf den Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und Ökonomie und konnte somit interessante Beobachtungen aus seinem persönlichen Alltag bei „ARIWA e.V.“ miteinbringen.

Herrn Mario Lorek, Mitbegründer und Inhaber des kürzlich eröffneten Restaurants „Die Fleischerei“ in Lippstadt. Er machte seinen Standpunkt von Anfang an deutlich: In den Zeiten von Massentierhaltung und Klimawandel sei es ratsam auf den individuellen Fleischkonsum zu achten. Das Hauptproblem läge darin, dass die Menschen zwar qualitativ hochwertiges Fleisch essen, den entsprechenden Preis dafür jedoch nicht bezahlen wollen würden. Demnach sollte mehr Wert auf die Qualität des Fleisches gelegt werden als auf die günstigen Preise.

Herrn Michael Kamppeter, Geschäftsführer des Fleischereibetriebs „Kamppeter GmbH“ in der dritten Generation, welcher die Themenfragen und Kommentare teils aus seiner persönlichen Sicht, teils aus der Sicht des allgemeinen Fleischhändlers beurteilte. Herr Kamppeter vermittelte vielerlei Informationen darüber, inwieweit die fleischhaltige Ernährung seinen Beruf bestimmt und erklärte sachlich welche Auswirkungen das Konsumverhalten der Menschen letztendlich auf seine Existenz hat. Darüber hinaus betonte er mehrmals, dass er großen Wert darauf lege mit den Tieren verantwortungsbewusst und besonders respektvoll umzugehen, damit diese keinen Stress oder gar Angst empfänden.

Herrn Wolfagang Menz konnte als Inhaber des Bioladens „Greenline“ in Lippstadt vor allem Bezug auf das Thema Biofleisch nehmen und informierte unter anderem zu dessen Vorgaben und Richtlinien, beispielsweise bei der Verarbeitung. Sein Standpunkt glich dem von Herrn Lorek: Fleisch essen ja, aber in Maßen und qualitativ hochwertig, um nicht zum „Mittäter“ zu werden, wie er es formulierte.

Dass es am Ende nicht zu einer Einigung oder gar einheitlichen Meinung kommen kann, war den Schülerinnen des Projektkurses von Anfang an bewusst und auch nicht das Ziel der Podiumsdiskussion. Aber eine Diskussion lebt ja bekanntlich von kontroversen Ansichten und diese wurden sehr informativ und seriös vermittelt. Daher endete der Abend mit einem herzlichen Dank an die Experten und das Publikum, das sehr interessiert und kundig in die Diskussion eingebracht hat.

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